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Die Distanz der Nähe

So verging die Zeit- wir glaubten wir hätten etwas gefunden, dass nicht nur an der Oberfläche existiert. Es gab Distanzen, doch die konnte uns nicht erschüttern, erst die Nähe schien ein Problem zu werden. Drei Jahre lang schien die Nähe kein Problem, wir hatten Angst vor der Distanz und wussten nicht ob wir unsere Verbundenheit über den Ozean aufrecht erhalten können, doch der Ozean konnte die Verbindung nicht davontragen. Es schien viel mehr als hätte er uns noch näher zusammen gebracht. Dann war die Zeit in der uns der Ozean trennte zu Ende und die Nähe hatte uns wieder. Es schien alles in Ordnung und wir wussten es konnte nichts geben, dass uns auseinander bringt. Wir konnten einander verstehen, ohne einander zu sehen. Sahen wir uns gab es eine große Portion Spaghetti und ein ordentliches Pesto. Mal eine Flasche Rotwein, hin und wieder auch zwei Flaschen. Wir haben gelacht und uns auf lange Abende vorbereitet in denen wir die Nacht zum Tag erklärten. Die Betten geteilt, dann kam der Moment in dem eine neue Distanz vor uns lag, nicht soweit, dass uns ein Ozean trennen würde, diesmal waren es nur ein paar Stunden Autofahrt. Es schien auch diesmal alles gut zu gehen. Du hast mir beim Umziehen geholfen… und wir haben uns auf die vereinzelten Wochenenden des Wiedersehens gefreut. Wir waren immer noch ein Herz und eine Seele.

Nun war klar, dass ich bald für einen längeren Abschnitt wieder in deiner Nähe wohnen würde und wir hatten uns so manchen Moment ausgemalt, doch diesmal erdrückt uns die Nähe… es wirkt fast als könnten wir die Wärme des anderen nicht ertragen. Als könnten wir uns nicht verstehen, wenn wir in die Augen des anderen blicken. Als wäre die Nähe eine unüberwindbare Mauer- und alles was wir uns wünschen ist Distanz. In der Hoffnung, dass sie uns wieder zusammenführt.

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Seltsame Entwicklung

Man lässt sich tragen Augenblick und vergisst das man sich bewegt. Plötzlich ist man Kilometer weiter ohne selbst auch nur einen Schritt getan zu haben. Man hat eine Entwicklung gemacht, die man nicht bemerkt hat. Die man selbst mit keinen Worten beschreiben könnte, denn schließlich sieht man sich selbst am gleichen Ort, ohne jemals auch nur einen Schritt getan zu haben…

Erdrückt vom Augenblick. Völlig nackt steh ich vor dir und trage doch all meine Klamotten. Du scheinst durch alle Schichten zu blicken und mit bloßer Hand meinen Kern zu packen. Du hälst ihn fest, zerdrückst ihn mit deiner bloßen Anwesenheit. Es scheint fast so als wolltest du ihn in seine kleinsten Elemente zerlegen und in sich zerfallen lassen. Ich will nicht mehr, als dass du deinen Blick von mir wendest, damit ich mich aus deinem Bann lösen kann und einen Sichtschutz vor meinem Kern errichte. Doch dein Blick bleibt starr gerichtet und hält mich gefangen.

Wackelpuddinganekdote

Es will nicht aufhören. Alles ist in Bewegung nur mein Kopf macht nich mehr mit… mein Herz schlägt zu schnell und meine Gedanken sind zu wirr. Alles wackelt und der Boden ist auch nur noch ein halbherziger Wackelpudding… es macht keinen Spaß sich zu bewegen, der den Boden zieht einen nach unten, man klebt fest und plötzlich ist der Mund auch nur noch Wackelpudding und dann auch nicht schmeckend wollender Waldmeister geschmack… nicht ein sinnvoller Satz, nicht ein bisschen Festigkeit. Wackelpudding in mir, Wackelpudding um mich rum und schon als Kind bin ich bei Wackelpudding immer schreiend davon gelaufen, mir wollte nich in den Sinn warum man so etwas schleimiges und durchsichtiges mit künstlichem Geschmack auch nur anfassen sollte und nun umgibt er mich, durch dringt mich und ich werd ihn nicht los. Er ist ich und ich bin er und alles was ich will ist etwas Festigkeit oder einfach einen Löffel um den Pudding mit all seiner Wackligkeit das Klo hinunter zu spülen.

Fetzen

Gefangen von Dir- ohne Halten.

Eigenommen von dir- in all meinen Gedanken.

Bestimmt von dir- in jeder Sekunde.

Willst mich nicht los lassen

und ich kann mich nicht lösen.

Gefesselt ohne Seile, Gebunden ohne Konten… nichts mehr als ein paar Worte.

Nächtliche Gedanken

Manchmal gibt es Augenblicke in denen man sich nichts mehr wünscht, als ein nicht fühlender und erst recht kein denkender Mensch zu sein. Man kann seine eigenen Gedankengänge nicht ertragen und schon gar nicht möchte man sie fühlen. Man kommt sich seinen Gefühlen so schutzlos ausgesetzt vor. So völlig nackt. Man ist nicht geschützt. Sie durchdringen einen ohne Vorankündigung, klopfen nicht an und schicken auch keine Email. Plötzlich sind sie da und man möchte nicht mehr als sie zu verdrängen. Man möchte es nicht glauben, denn diese Kälte ist all das wovor man sich die ganze Zeit gefürchtet hat, all das von dem man so sehr hoffte, dass es keine Realität wird. Jetzt ist sie da und sie ist näher an der Fantasie als sie jemals hätte sein sollen. Lass sie endlich los höre ich meinen Kopf schreien, es ist es nicht wert, doch die Gefühle krallen sie fest, sind festverbunden mit dem Herzen und wollen isch nicht lösen…

Nächtliches Erwachen

So erwachst du mitten in der Nacht, es läuft dir kalt den Rücken hinunter und die kleinen Punkte auf deiner Haut fließen bis auf deine Handrücken. Du merkst wie die Gegend unter deinen Augen immer feuchter wird und deine inneren Dämme brechen. Kannst es nicht mehr halten. Es will raus, doch alles was kommt ist ein stiller Schrei und der Schauer, der immer noch auf deinem Rücken sitzt. Du glaubst es läge daran, dass du geträumt hattest. Doch deine Gedanken sind so klar und rein, dass sie kein Traum hätten sein können. Der Schrei scheint in dir zu stecken und die innere Enge zieht sich mit jedem Moment immer mehr in sich zusammen und hält dich von innen gefangen. Du merkst wie sich die feuchte Zone unter deinen Augen immer mehr zu einem Rinnsal entwickelt und aus dem Rinnsal nach und nach ein stürzender Bach wird. Du versucht es rückwärts laufen zu lassen in dem du die Wangen immer wieder nach oben ziehst und um den Effekt zu verstecken die Luft durch die Nase geräuschvoll anziehst und sie sich dabei so komisch gräuselt. Der Druck des Wasser ist so stark, dass es sogar aufwärts fließen kann und sich von den hochgezogenen Wangen nicht stoppen lässt. Auf deinem T-Shirt bilden sich dunkle nasse Flecken. Du hälst die Hand vor deine Augen und überlegst ob du nicht einfach das Licht an machen sollst, vielleicht hört es ja dann auf. Aber die Angst vor dem Licht ist größer, du könntest dich dann im Spiegel sehen und müsstest dir endlich selbst in die Augen sehen.

Doch eins kannst du nicht, dir in die vom Wasser getrübten Augen sehen. Dem Schrei endlich eine Stimme verleihen und der Enge einen Ausweg zeigen. Lieber ziehst du die Decke noch ein wenig höher, so dass sie dir bis kurz unter das Kinn reicht.